24. September 2014

Tschüs, Sommer: in Schwarz

Seit gestern ist der Herbst zwar amtlich, ich habe aber keine Lust, alles Sommerliche schon zu verstauen.



Deshalb zeige ich zum heutigen MMM und kurz vor Garderobenumschichtung noch mal mein Lieblings-Sommer-Schwarzes, das am Samstag seine vorerst letzte Runde durchs Quartier gedreht hat. Ein klassisches HB-Kleid, nach einem Burdaschnitt aus den Siebzigern, schon im Juni genäht in Gr. 44.


Den Schnitt hatte ich fast 1:1 übernommen, mir die FBA geschenkt und nur den Brustpunkt um 2,5 cm nach unten versetzt (irgendwann ähem ... zeitverzögert dann auch die Brustabnäher, wie man an den ursprünglichen Bügelspuren sehen kann). Da das Leinen nicht so locker-blusig über meine Kurven fällt wie die Illustration vorsieht, erschien es mir ausserdem sinnvoll, die Anzahl der Knöpfe zu verdoppeln.



Ich liebe diesen Kragen! Meine sonstige Passformschwäche bei Webstoff-Ärmeln verhält sich hier erfreulich unauffällig; trotz moderatem Ärmelumfang geht Festhalten im Bus zwar unscharf, aber einwandfrei:


Das Kleid kommt ohne schnitt-technische Raffinessen aus und so hatte ich mich beim Nähen schon auf einen unförmigen schwarzen Leinenkittel eingestellt. Ich war überrascht, wie gut Brustabnäher, 2 Schulterabnäher und eine leicht geschwungene rückwärtige Mittelnaht das Ganze in Form bringen. So ist es figurbetont, ohne einzuengen; die mittlerweile büschn knappe Hüfte übersehen wir jetzt mal, das sind nur Wechseljahre ...




Den im Schnitt vorgesehenen Gürtel habe ich übrigens immer nur dann getragen, wenn das Gefühl von etwas "angezogener" benötigt wurde; ohne Gürtel war das Kleid aber deutlich häufiger im Einsatz. 



Die roten Woodys waren diesen Sommer ebenfalls echte Lieblingteile und werden vorerst nicht eingemottet - schnell mal in den Keller zum Saftholen müsste auch bei Herbstwitterung noch eine Weile gehen.

Ob anderswo noch Sommerkleider oder schon neue Herbst-Outfits getragen werden, kann man *hier* beim MMM sehen, heute angeführt von Claudia in ebenfalls wunderbarem Schuhwerk.








11. September 2014

B6018 im Schneckentempo

Die Herbstnähpläne müssen warten, denn es gibt noch etwas aufzuarbeiten. Nachdem im Frühsommer sechs Versuche, ein figurbetontes Kleid mit Ärmeln zu nähen, alle mehr oder weniger in Funktionsausfall der oberen Extremitäten endeten, brauchte ich eine längere Pause. Die Fahrlässigkeit, den damaligen Post dazu mit "Passform-Blues" zu betiteln, rächte sich derweil mit einer bis heute anhaltenden Flut von Werbe-Spam für frei verkäufliche U.S.-Antidepressiva - besten Dank auch. Ganz so schlimm war's ja nun nicht, denn die vielen schönen Exemplare vom 6018-Kleid, die ich gesehen hatte, motivierten mich irgendwann zum siebten Versuch.

Von Schnittanpassung war nirgendwo zu lesen; nur Frau Kleidermanie äußerte Taillen-Kritik. Bestimmt machbar, denn die technische Zeichnung versprach Stellschrauben bzw. Abnäher:


Also Probemodell vom passformsensiblen oberen Teil, mit den üblichen Anpassungen: ausgehend von 42/44 wagte ich Größe 16, mit FBA für Gr. 18 und nach unten verlegtem Brustpunkt. Im gleichen Zug schon mal die gesamte Empire-Naht versetzt, damit sie genau unter der Brust verläuft, da wo auch beim BH Schluss ist - Empirenähte auf der Brust sind für mein Empfinden ziemlich unvorteilhaft. Ergebnis:


... ja. Noch schlimmer als eine zu hoch sitzende Empiretaille ist eine zu weite.

Ich habe nicht erwartet, dass es auf Anhieb passt, aber vielversprechend ist trotzdem anders. Abnäher und Schulterbreite, der Stoffüberschuss am Rückenteil - alles machbar. Nur mein Reizthema Ärmel hat auch dieses Schnittmuster offensichtlich nicht entschärft; an der Vorderseite nur Luft und rückwärtig zu eng. Die Weite am Saum/Empirenaht macht mich sprachlos, schließlich wurde das Stoff-Plus nach FBA in die Abnäher weggearbeitet. Ist die Zelt-Optik womöglich für Größen 14-20 so vorgesehen? Die schlankeren Pionier-Nähnerds von B6018 haben doch auch Sanduhr-Proportionen; keine schreibt von einer Anpassung in diesem Bereich.

Ok - leicht desillusioniert, aber beharrlich. Diesmal bleib' ich dran. Die schicke Disney-Bettwäsche vom 10jährigen reicht übrigens noch für mindestens 5 weitere Probeteile ...