18. August 2014

Die Wunschhose

Mit dem Herbst geht es mir ein bißchen wie andern Leuten mit Weihnachten, es kommt immer wieder so plötzlich.


Eigentlich liegen hier nämlich nach langer Sommerpause noch 2 ungebloggte Sommerkleider unter der Maschine, teilte mir mein Gewissen ungefragterweise neulich mit, als ich von Meikes Hosenplänen las. Die Kleider könnte ich bei derzeitiger Hamburger Witterung aber nur mit zusätzlicher Isolierschicht tragen - igitt. Bitte noch keine Strumpfhosen und so! 
Aber "Herbsthose" ... das könnte was werden.

Kaufhosen sind ein schwieriges Thema für mich und meine oben wie unten ausgeprägt weibliche Figur, die kräftigen Oberschenkel geben dem Dilemma noch den Rest. Achtung, Geständnis: die Einzige, die ich noch tragen möchte, ist eine Bootcut-Jeans. Und zwar ausschließlich das Unisex-Modell Dillon, das seit einigen Jahren nicht mehr produziert wird und mühsamst in Auktionshäusern gejagt werden muss ...
Und überhaupt: wieso gehen "Hosenberater" immer davon aus, dass sich Problemzönchen nur unterhalb der Taille befinden? Die Oberweite ist fürs Gesamtbild schließlich auch nicht unerheblich. Einige Hosenformen gehen deshalb insgesamt für mich gar nicht:

 
Meine bisher einzige Traumhose habe ich nach diesem Ausschlußverfahren irgendwann in den Neunzigern genäht: taillenhoch, durch Abnäher enganliegend an der Hüfte, nach unten hin mit ausgesteltem Bein, seitlicher Reißverschluss. Ein bißchen marlenig, aber mit Beleg statt Bund, ohne Bundfalten, Bügelfalten, Taschen oder sonstigem Schnickschnack der bei mir immer nur aufträgt. Aus dem perfekten Stoff: mittelschwer, knitterarm, weichfallend, leicht querelastisch, formstabil, kaum polyhaltig und herbsttauglich.

Weder Hose noch seinerzeit selbstgebasteltes Schnittmuster habe ich noch, statt dessen auf die Schnelle einen Plan, der übrigens auch mein Faible für die Mode der 70er sehr schön bedienen könnte:

aus: Burda 1973, Mode für Vollschlanke / 2. Herbstheft
 
Nur keine Panik - das Kopftuch lass' ich weg. Vielleicht. Aber ein Mantel steht auch schon lange auf meiner Wunschliste, allerdings in tailliert. 
Ich schweife ab ... bei der Hose handelt es sich um Modell 801, der Schnitt ist für Größe 46 und 48 angegeben, also erfahrungsgemäß passend für heutige 44 und 46. Laut Schnittübersicht müsste sich alles recht gut anpassen lassen.

aus: Burda 1973, Mode für Vollschlanke / 2. Herbstheft


Nicht ganz leicht hingegen wird es wohl, einen Stoff zu finden in der Art meiner verflossenen Traumhose - vielleicht habt ihr Tipps?

Ich freu' mich sehr auf den Austausch beim SewAlong, noch dazu bei einem so moderaten Zeitplan. Danke, Meike, fürs Organisieren!
*Hier* geht's lang zu anderen Hosenplänen.






Kommentare:

  1. Das ist ein olles Bild aus Deiner alten burda, das Outfit hätte ich auch gerne! Bin gespannt, wie weit das Bein dann aussieht und die gesamte Hose natürlich! LG Ottilie

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  2. Ich finde es auch ein bißchen schade, dass man von der Hose auf dem Bild nicht so viel sieht.
    Insgesamt natürlich ein tolles 70er Outfit, mir gefällt ja auch die Farbe.
    Bei der technischen Zeichnung läßt sich erkennen, dass die Hose unten etwas Schlag hat.
    Da bin ich auch mal gespannt, wie die Hose solo aussehen wird.
    LG von Susanne

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  3. Ohne die Bügelfalte vorn kommt es dem Marleneschnitt schon sehr nahe. Vielleicht könnte dir ja auch mein Schnitt im Original gefallen.
    Grüße
    Alexandra

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