26. Juni 2014

Passform-Blues

Eigentlich will ich seit Wochen doch nur ein Sommerkleid aus Webstoff nähen. Stattdessen stecke ich in einer ergebnislosen Probeteil-Schleife.


Auf der Suche nach einem Grundschnitt für ein Kleid mit figurbetontem Oberteil sind in den letzten Wochen etliche Oberteilproben entstanden; überwiegend nach Burda-Schnitten aus den frühen Siebzigern. Die hatten bisher - mit kleineren Änderungen - immer eine ganz gute Passform
Bei den aktuellen Oberteilen geht ohne umfangreiche Anpassungen allerdings gar nichts. Ohne Elasthan scheint meine Fixierung auf "figurbetont" irgendwie problembehaftet und der Grat zwischen figurbetont und zu eng ganz schön schmal zu sein.
 
Es ist mehr zu tun als das übliche full-bust-adjustment, bißchen Schultern verschmälern oder Taillenhöhe kürzen und bei der Nahtzugabe schummeln.
Fragen wie "Wodurch kommt welche Falte zustande" brauchen viel Näh-Erfahrung (die ich an meiner jetzigen Figur noch nicht wieder habe) und bringen mich vor allem dann an meine Grenzen, wenn es um die verlässliche Diagnostik meiner Rückansicht geht. Für die Begutachtung jeder Änderung erst die Kamera aufzubauen ist beim 6. Probestück in Folge irgendwann motivationsdämpfend und die Verwandlung des Wohnzimmers in ein Spiegelkabinett auch keine Option.

Den Hoffnungsträger Nähtreff habe ich neulich zum Großteil verplaudert anstatt den Tag zum Arbeiten zu nutzen; die mithilfe der Nähfreundinnen abgesteckte Änderung erwies sich bei nächster Näh-Gelegenheit als Holzpfad sodass ich die kommenden 3 1/2 Wochen bis zum 12. Juli wieder auf mich gestellt bin. Selbst schuld.

Ein Ebenbild zum Drapieren - die *Schneiderbüste nach Maß* à la Hofenbitzer - hätte ich jetzt natürlich furchtbar gerne, ist aber mangels ausreichender gleichgesinnter Helferlein (... anyone out there?) zur Zeit auch noch Zukunftsmusik.

Ok. Frust schieben ist auf Dauer auch langweilig. Und nu?
Häng' ich das neueste Miststück halt zu den anderen und mach' erstmal Pause.

 


6. Juni 2014

Sommer-HerrMann: Master of BBQ

Selbst dem Mann, der alles schon hat, fehlt ja oft noch eine schicke Grill-Schürze. Dann klappt das auch mit dem Sommer.


Deshalb habe ich aus lauter Vorfreude neulich dieses Exemplar genäht: eine fast schon edle Grillschürze aus mittelfestem Leinen mit allem, was - zumindest beim hiesigen Grillmeister - so auf den Grill kommt.


Der Clou: sie hat zwei Seiten. Die dunklere für's Grobe ...


... und die helle Seite für "saubere" Arbeiten. Zum Beispiel der Herrin des Hauses vorab ein Zuschauer-Bier servieren oder so.

Mein Faible für zeitraubendes meditatives Schaffen ist bei dem Projekt auch nicht zu kurz gekommen; die Motive sind wie schon hier und hier wieder allesamt mit der Nähmaschine aufgenäht und von Hand auf der Stoffrückseite verknotet. Verwendet habe ich Jeansgarn, auf jeder Seite in der jeweils entsprechenden Farbe.
Für Vegetarier lassen sich die Grillgut-Bilder natürlich anpassen - wobei ich jetzt nicht genau sagen kann, wo beim Broccoli das Filetstück liegt.

 


Im nächsten Leben habe ich eine Nähmaschine die punktvernähen kann, ich schwör's ...
Das Schnittmuster ist übrigens ein Gratis-Download von hier; ich habe die Schürze trotz stattlicher 1,86 Körpergröße des Chefs etwa 10 cm gekürzt ... die Originallänge ist eher für Garten oder Schlachthof ...

Vielen Dank an Frau WollixundStoffix für die Idee des SaisonHerrMann, wo diesmal sommerliches Selbstgemachtes für den Mann gezeigt wird.