20. April 2014

KAL Frühjahrsjäckchen - Finale

Heute passt alles: Ostersonntag, Wetter zum Eierlegen und Strickjäckchen fertig.

Zur heutigen Premiere melde ich mich live aus dem Dschungelcamp Schrebergarten, wo wir gestern das erste Mal im Jahr wieder übernachtet haben. Die Nacht war ziemlich kalt und entsprechend kurz, deshalb findet das etwas zerknautschte Finalisten-Lächeln außerhalb des Bildausschnitts statt. Der Zehnjährige - sowieso Frühaufsteher - hat sich nach Androhung, dass ich sonst später keine Eier verstecke, spontan bereit erklärt ein paar Fotos zu machen, und sich mächtig Mühe gegeben:


Die Muster-Kombination Jacke/Kleid ist, wie sie ist - einen (aufgrund vorgeschobener Projekte noch zu nähenden) weiten Rock dazu kann ich mir auch gut vorstellen.  Ich bin zufrieden mit der Jacke - das Muster mag ich übrigens total gerne, es erinnert mich irgendwie an ein Kleingebäck ... Madeleines heißen die, glaub' ich.


Als Alternative zur Häkel-Kordel habe ich Zillionen Maschen (in echt ca. 450) angeschlagen und in der Rückreihe gleich wieder abgekettet, das macht optisch mehr her:


Meine letztens geäußerten Bedenken, die Jacke könnte durchs Waschen & Spannen möglicherweise zu groß geraten sein, waren denkbar unbegründet. Selbst für mich als bekennende Liebhaberin figurbetonter Kleidung ist das Ganze recht knapp. Entweder muss die Drops Baby Merino in den Folge-Wäschen noch für mich arbeiten, oder beim nächsten Mal gibt es einen Mustersatz mehr. Bis dahin wird einfach etwas entspannter zugeknöpft ...



Noch mehr aus dem Ei gepellte Damen finden sich beim *Jäckchen-Defilee* , angeführt von der nimmermüden Frau Crafteln in bezauberndem Gestrickt&Genäht - vielen vielen Dank an dieser Stelle für Organisation und unterhaltsamstes Hosten dieses KnitAlongs! 
Ich hab mich jedesmal sehr über eure Kommentare gefreut genauso wie aufs Kucken und Kommentieren bei euch (auch wenn ich damit manchmal gar nicht hinterherkomme). Und dann die ganzen Anregungen für Folgejäckchen, die ich bei der Vielzahl von Teilnehmern bekommen habe - großartig und auch dafür Danke! Die nächsten Jäckchen sind schon in Arbeit ...

Jetzt aber schnell zum versprochenen Eierverstecken ... da war ja noch was.
Euch allen schöne Ostertage! 

9. April 2014

La Siciliana - ein experimentelles Burdakleid

Vor einigen Monaten machte ich die folgenschwere Entdeckung, dass man in Hamburgs Bücherhallen unter anderem auch Burda-Hefte ausleihen kann.


Danach weckte jeder Besuch dort in mir einen Jagdinstinkt à la Sommerschlussverkauf, und zwar aus der Zeit als dieser wirklich nur 2 Wochen im Jahr stattfand und man ernsthaft glaubte, auf Wühltischen den heiligen Gral finden zu können. Jedes mir unbekannte Heft musste mit, um zuhause auf Kleiderschnitte gescreent zu werden - in der Hoffnung, es möge ausser Knotenkleidern noch andere Schnitte geben, in denen frau kurz vor 50 auch in 42/44 noch ein gute Figur macht.

So kommt es, dass sich mittlerweile an die 20 kopierte & aufgerollte Schnitte in beiden Größen auf dem knappen Meter Küchentisch stapeln, den ich mir als feste Nähfläche erobert habe. Zeit, endlich mal was zu nähen. Begonnen habe ich mit folgendem Schnitt:

Modell 137 - Burda 5/2012

Ein figurbetontes Hemdblusenkleid aus der Plusmoden-Serie La Siciliana mit der Aussage, eine schöne Taille und Hüfte zu formen ... das perfekte Heilsversprechen für die menopausengebeutelte Sanduhr.

Mir hätte natürlich auffallen können, dass das Model mit geschätzter Unterbaugröße 46 einen vergleichsweise schmalen Oberkörper (40?) hat. Hab ich aber ausgeblendet. Genauso wie das B-Körbchen. Oder das blusige Überhängsel unterm linken Busen.

Nach meiner Erfahrung beim Weihnachtskleid habe ich ab Hüfte abwärts Gr. 44, aufwärts Gr. 42 zugeschnitten - letztere gab's auf dem Bogen zwar nicht, war aber einfach abzuleiten. Dabei fielen mir endlich die Bundfalten am Oberteil auf, mit denen sich über der Taille ganze 12 cm Stoff aufplustern. Zusammengenäht ungeheuerlich:

porca miseria Nix bella figura

Von meinen 105-80-105 war quasi nur noch die 105 zu sehen. Für Frauen mit C-Körbchen aufwärts sind diese Falten äußerst unvorteilhaft, es sei denn, eine matronenhafte Wirkung ist ausdrücklich erwünscht. Menno.

Am einfachsten wäre es nun, z.B. das Oberteil des schmalen und funktionierenden 70erJahre-Kleides, das neulich fertig wurde, nochmal zuzuschneiden und an den Rock zu basteln. Wenn ich denn noch Stoff hätte. Stattdessen habe ich das bestehende Kleid zur experimentellen Zone erklärt und angefangen, das Oberteil umzukonstruieren. Mal sehen, wie weit ich ohne einen blassen Schimmer von Schnittkonstruktion komme ...
1. Versuch: vordere Falten halb zunähen nahm nicht genug Weite weg und plusterte stattdessen unförmig Brüste und Seiten auf - danke, und definitif ohne Foto weiter.
2. Versuch: Oberteil mehr als 3cm kürzen - vorne mit größerem Brustabnäher, den ich mir vom 70er-Kleid abnahm. Falten verschoben und  durch Abnäher ersetzen. Brachial aber wirksam; auf dem Foto oben schon einseitig im Schatten zu erahnen, hier nochmal etwas deutlicher:

Vielleicht geht da noch was. Kein Ballon mehr über der Taille, die jetzt endlich auf der richtigen Höhe sitzt. Die 2 langen Abnäher machen eine blöde Tütenform, aber an Länge und Position kann ich ja noch feilen. Auch für diese mächtige schräge Zugfalte gibts bestimmt noch eine bessere Lösung.

Versuch macht klug; morgen Abend hab ich wieder 2 Stunden frei für den nächsten Testdurchlauf ...

2. April 2014

MMM mit Gartenkleid

Mein erstes Test-Knotenkleid ist fertig geworden. Genäht nach Simplicity / Meine Nähmode auf dem letzten PublicSewing-Kränzchen Anfang März, gesäumt aber erst letzte Woche, nachdem feststand, dass ich es ab und zu tragen werde:


Der Stoff stammt von Kaschi und durfte nur mit, weil er billig war und nicht zu flutschig für einen Jersey-Anfänger wie mich. Das Muster liegt irgendwo zwischen LSD- und Pyjama-Party und stieß beim Nähtreff teilweise auf ... sagen wir mal freundliches Unverständnis. Für den Alltag ist es mir zwar auch zu "laut", erstaunlicherweise steht mir aber die Farbe ziemlich gut und deshalb ist es jetzt mein Gartenkleid: perfekt für die sonntägliche Siesta der urbanen Schrebergärtnerin nach erfolgreicher Unkrautjagd.

Die Passform war nach dem Anbringen von rückwärtigen Abnähern für mich in Ordnung. Die Nahtzugabe der hinteren Teilungsnaht musste mangels Coverlock festgesteppt werden, da der nicht ganz dünne Jersey sonst nicht flach liegengeblieben wäre. Das fällt bei dem Muster aber nicht weiter auf ...

Blümchen wohin das Auge blickt ...


Noch mehr frühlingshafte Garderobe mit und ohne Blümchen gibt es zum heutigen MMM wieder *hier* zu sehen.