22. Dezember 2013

WKSA 2013 Finale: beide Röcke sind schön geworden!

Zu Weihnachten gibt's in St. Pauli dieses Jahr Rock-Fest und vorab zum heutigen letzten WKSA-Termin: Tragefotos an der Frau.

 


Das ist Rock Nr. 1, für ein gemeinsames Essen bei Freunden an Weihnachtstag Nr. 2. Da ich die Hamburger Innenstadt in den letzten 14 Tagen konsequent gemieden habe, wird ganz pur kombiniert mit intaktem Nervenkostüm, vorhandenem Dekolleté in Rot und Sitzschuhen.


Die feine Schurwolle ist ein Traum; ich mag das mit 2 Farben gewebte Aubergine, dadurch bekommt die Farbe Tiefe und ändert sich leicht je nach Licht. Und im Kleiderschrank gibt es Einiges, womit sich der Rock später im Alltag kombinieren lässt - unter anderem Schuhe, in denen ich auch laufen kann -  also freu ich mich auch auf die Zeit nach Weihnachten.

Ein echtes Lieblingsstück ist jetzt schon Rock Nr. 2, der seit seiner Fertigstellung bereits 3x Ausgang hatte und Heiligabend mit mir und Familie gemütlich zuhause verbringen wird:


Material und Farbe muten zwar etwas nach britischer Moorlandschaft an, überzeugen aber durch große Sitz-, Klecker- und Krümelfreundlichkeit.


In aller Bescheidenheit finde ich meine Idee mit der Mistelstickerei fantastisch (auch wenn ich sie beim nächsten Mal lieber von Hand mache, da ist das Vernähen leichter). Weihnachtlich, aber nicht traditionell.


Ich trage gerne & oft Rock, aber diese Misteln verschaffen mir einen unbeschreiblichen Tragegenuss. Sie ersetzen für mich problemlos Kleid, Petticoat und BlingBling. 
Tweed meets Kiez, sozusagen.



Damit geselle ich mich jetzt zu den anderen festlich gekleideten WKSA-Damen & -Herren, die sich heute *hier* zeigen.
Ein herzliches Dankeschön an Katharina, deren wunderbare WKSA-Moderation mich die letzten Wochen immer wieder zum Weitermachen motiviert hat, und an alle fürs Lesen & Kommentieren!

Euch allen einen schönen 4. Advent & ein ebensolches Weihnachtsfest!




15. Dezember 2013

WKSA #5: Habe fertig, zeige (fast) nix

Nach der latenten Scheiterhaufen-Stimmung der letzten beiden Posts zeichnet sich auf meinen 75 qm St. Pauli endlich so etwas wie Silberstreifen ab.


Schluss mit reißerischen Bildern von Sendepause und ausgelöschten Kleider-Projekten; der Weihnachts-Rock aus Teil 4 ist seit dem letzten Nähcafé-Dienstag fertig gesäumt, gefüttert und wartet nun in seiner ganzen Schlichtheit auf einen Fototermin. 
Zum heutigen 5. Teil des WKSA übe ich mich deshalb auch in hanseatischer Zurückhaltung (soweit das in St. Pauli überhaupt zulässig ist) und zeige heute  keine unterbelichteten Fotos nix Fertiges an der Frau.

Der Gedanke an die Fest-Tauglichkeit des Rocks hat mich seit letzter Woche aber weiterhin beschäftigt und zu einigen Experimenten verleitet. Meiner inneren Stimme und euren Kommentaren folgend ist es zwar beim puristischen Rock ohne Schnick&Schnack geblieben, dieses Tierchen hier wollte trotzdem mal raus:

Stoff: Reststoff vom Weihnachts-Rock, Stickmotiv: Vorstufe einer Auftragsarbeit

Die entzückende kleine Fingerübung war mein erster Versuch, dem Basic-Teil mit filigran-saisonaler Symbolik einen festliche Anstrich zu verpassen. Futterbedingt hatte ich schon vorher einen Narren an Aubergine/Rot gefressen. Nach einer Nacht Drüberschlafen konnte ich mir Hirsch auf Rock dann aber doch irgendwie nicht mehr vorstellen.

Die abstrahierte Motivstickerei hat mich allerdings richtig angefixt. Also auf die Schnelle ein paar Naturstudien betrieben. Wie man sieht nicht ganz allein:
 

Bei solchen Gelegenheiten fällt mir immer wieder auf, dass unsere Katze farblich gut zum Balkonmobiliar passt wie wunderschön und harmonisch die Formen der Natur sind, selbst in den (vermeintlichen) Macken steckt einfach nur Vollkommenheit.

Nachdem die stilisierte Vorlage erst einmal erstellt war, wollte ich am liebsten sofort wissen, wie sie gestickt auf einem Kleidungsstück wirkt. Im Fundus fand sich noch ein größerer Rest von leichtem Tweed, aus dem fix ein Rock-Vorderteil in Echtgröße zugeschnitten wurde.

Die Illustration mit dem Kopierrädchen auf den Stoff mit Salz-und-Pfeffer-Optik zu übertragen erwies sich leider als unmöglich. Vorgezeichnetes Stickvlies auf der Rückseite wäre bestimmt eine gute Idee gewesen, hätte ich sowas im Haus gehabt; statt dessen musste Plan B herhalten. Mistel-Making mit Bordmitteln:

 

In Ermangelung eines knackigen Mistel-Grüntons habe ich dunkelbraunes Jeansgarn verwendet, was aber ganz gut zu dem etwas rustikalen Stoff-Charakter passt.
Das Ganze in flächenfüllendem DIN A2 zu machen war in etwa so mühsam wie das Bild vermuten lässt, da selbst das dünnste Druckerpapier bei so vielen Biegungen noch reichlich Widerstand leistet - Mut zur Freihandstickerei ist deshalb von Vorteil. 

Das Ergebnis hat mich nach der Plackerei allerdings mehr als entschädigt, und so könnte aus purem Spieltrieb wohl noch ein zweiter Weihnachtsrock entstehen; das ist an einem Abend gut zu schaffen und erfordert zum Glück auch keine nervraubende Materialbeschaffung in der Hamburger Innenstadt. 
Die Stylingfrage obenrum wird sich im Lauf der Woche dann hoffentlich genauso entspannt klären; nur mit passenden Schuhen allein ist es für Rockträger ja selbst in St. Pauli nicht getan.

Mit welchen Überlegungen zum textilen Endspurt sich das WKSA-Kollegium beschäftigt, lest ihr *hier*




8. Dezember 2013

WKSA #4: Kurswechsel Rock statt Kleid

... / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin megastolz / ...



So ist es. Seit einer Woche wird mein Weihnachtskleid nämlich ein Weihnachtsrock, und es ist mir unsympatischerweise richtig schwer gefallen, mich von dem nagenden Ehrgeiz zu verabschieden, inmitten von vorweihnachtlichem Aktivismus dieses mehrere Schnittmuster erfordernde, maßgeschneiderte Einzelstück zu nähen.


Hat aber geklappt. Man muss schließlich auch mal loslassen können. Eure Kommentare dazu letzte Woche waren wunderbar - an dieser Stelle noch mal vielen Dank; das war wie Geschenke kriegen - und auch Plätzchen & Dominosteine haben ihre versöhnende Wirkung entfaltet.

Dank meiner strategischen Änderung kann ich mich jetzt zwar nicht einreihen in die Heerscharen der Schnittmuster-Bezwingerinnen ABER dafür einen unglaublich schlecht fotografierten fast fertig genähten Rock vermelden:

Nein, das Bild ist nicht unscharf - das sind nur die Tränen des Mitleids in euren Augen.
Der Schnitt ist komplett unspektakulär, dafür erprobt und lässt sich auch dann nähen, wenn Orkane Schulkindern fast 2 freie Tage und mir ein Haus voller ausgehungerter (Gast)Jungs bescheren: ein einfacher Rock mit A-Linie und Passt!-Garantie, der sich seit 25 Jahren kontinuierlich mit meinem sich wandelnden Körper mitwandelt. Er wurde bisher warum eigentlich? nur als Sommerrock genäht und ist jetzt der erste seiner Art in feiner Schurwolle.

Vorteile: kombinierbar schlicht, praktisch, alltagstauglich. Womit auch gleich die Nachteile genannt wären: für einen Weihnachts-Rock kommt er mir trotz erlesenem Stöffchen deutlich zu unfestlich daher. 

... / Soll ich hier noch eine Borte aufnähen, was meint ihr? / ...

Ja. Also ich mag Purismus, aber hier fehlt  - verabschiedeter Ehrgeiz hin oder her - das gewisse Etwas. Das schreit förmlich nach etwas Aufwand: tatsächlich Borte aufnähen? Besticken? Oder ein geschmackvolles  ... Wasauchimmer? Andere raffinierte Vorschläge?

Ein Blick zu den Kollegen bringt bestimmt auch noch etwas Inspiration: die Festkleider der anderen WKSA-Damen und -Herren sammelt Katharina von Sewing Addicted heute wieder auf dem *MMM-Blog*

1. Dezember 2013

WKSA #3: Pustekuchen!

Neulich stand ich noch am Abgrund - heute bin ich einen Schritt weiter.


Das Probekleid sitzt, ich kann den richtigen Stoff zuschneiden?  
Goh mi af! sagt der Hamburger, wenn er etwas nicht hören will. Dem schließe ich mich heute an, denn tatsächlich gibt es zum Thema Weihnachtskleid 2013 für mich höchstens noch das hier zu zeigen:



Hatte ich anfangs noch geglaubt, mein größtes Problem bestünde in übertriebenem Perfektionismus der Jagd nach dem ultimativen Stoff, folgte am Freitag angesichts des fertigen Probekleids eine folgenschwere Geschmackswende, die mit dem Originalschnitt nicht kompatibel war und ein weiteres Probekleid bedeutet hätte. Sämtliche unschönen Details sind hier und hier nachzulesen.

Seit gestern steht fest: für mich und das Burda-Kleid gibt es definitiv eine gemeinsame Zukunft, und zwar n a c h Weihnachten. Als Sommervariante mit kurzen Ärmeln.

Ich habe beschlossen, dass mir in den kommenden Wochen die vorweihnachtlichen Treffen mit Freunden, Plätzchenbacken mit dem großen 9jährigen, Geschenkenähen und die ein oder andere Phase genüsslicher Untätigkeit nach 23 Uhr - um nur mal die positiven Dinge zu nennen -  denn doch wichtiger sind als mit den letzten Reserven verfügbarer Zeit & Energie ein Schnittmuster zu modifizieren. 

Nach diesem befreienden Entschluss fiel mir nachmittags eine richtig schöne Farb- und Stöffchen-Kombi aus eigenem Fundus in die Hände ...


... ein knapper Meter feinste Schurwolle in leicht glänzendem (und für bekennende Nuancenkacker wie mich unfotografierbarem) Aubergine und dieselbe Menge roter Futterstoff. Diese beiden sind jetzt dran.

Ab sofort heisst mein Weihnachtskleid für dieses Jahr also Weihnachtsrock.

Das bedeutet unter anderem, dass ich mich später nach dem Zuschneiden heute vollends dem besinnlichen Nichtstun mit Christstollen hingeben kann.

Euch allen einen ähnlich entspannten, schönen 1. Advent! 

Weitere WKSA-Statusmeldungen und Entstehungsgeschichten zur Weihnachtsgarderobe finden sich *hier*.