30. Oktober 2013

Public Sewing #2

Schon der zweite Nähcafé-Termin gestern!
Deutlich vertrauter diesmal, der Arbeitsplatz am großen Tisch mitten im Café.

Mein "öffentliches" Nähprojekt - kleine Kosmetiktasche zum Verschenken - hatte ich bereits am Vortag zugeschnitten, alles eingepackt, sogar Bügeleisen & Bügelunterlage fürs Anbringen der Vlieseinlage, um beim Nähcafé sofort loslegen und vor allem: fertig nähen zu können. Schließlich möchte ich ja genügend Zeit für den ein oder anderen Plausch haben.
Sagte ich eben "alles eingepackt"? Ein kurzer Blick auf den Aufbau meiner Nachbarin sagte mir jedenfalls, dass bei meiner Maschine etwas beunruhigend ANDERS war. Irgendwie ... DUNKLER. UN-VER-ÄNDER-BAR dunkler.
Ich hatte das Fußpedal sprich Netzteil zuhause vergessen.
Gut, dass das Nachbarschatz tatsächlich in der Nachbarschaft liegt, Monsieur spontane Bringservice-Bereitschaft anbot und deshalb Land in Sicht war.

(Zwangs-Pausen-Erkenntnis) Regel #1 für's Public Sewing:

Original bei http://ohsobeautifulpaper.com/2013/09/well-said-type-32/


Angesichts völliger Pedal-losigkeit widmete ich mich darüber hinaus den beiden letzteren Tätigkeiten meines selbstgewählten Nähcafé-Mottos: dem Plauschen und Entspannen. Und natürlich dem Beobachten, das ist irgendwie eine meiner Berufskrankheiten:


Unser Tisch im Café ist tatsächlich so groß, dass man dort auch noch mal was zuschneiden kann - zumindestens solange das Public Sewing noch ein Geheimtipp ist; an der Öffentlichkeitsarbeit muss noch gefeilt werden. Hier wird derweil die Pumphose für jüngere Mädels & Jungs zugeschnitten, und zwar nach kostenloser Anleitung von Mme. Pattydoo, aus Beute-Stoff vom letzten Stoffmarkt Holland neulich in Alsterdorf.

Für die Fertigstellung des Kosmetiktäschchens (aus Stoffresten vom Juli-Rock und gepunktetem "Pröbchen" von K******T) hat das verbleibende Zeitfenster dann ganz knapp nicht gereicht; immerhin war um halb 6 der Reissverschluss drin sodass die letzten Nähte zuhause in nur 10 Minuten gemacht waren.  So sieht das jetzt aus:


Schnittmuster stell ich bei nächter Gelegenheit mal unter Anleitungen ein; es ist ein auch für Reissverschluss-Einnähen-Hasser und Anfänger geeignetes Projekt, das sich relativ schnell machen lässt. Zumindest wenn man das Fußpedal dabei hat.

21. Oktober 2013

Ich war eine Schlafanzug-Hose

Neulich brauchte ich auf die Schnelle 2 kleine Geschenke für 2 nicht mehr ganz kleine Jungs, hatte auch schon so eine Vorstellung von Geschwister-Affen im Kopf, aber natürlich mal wieder keinen Jungs-kompatiblen Stoff in der Schatztruhe. In meinem Kleiderschrank ist ja auch nie was Passendes zum Anziehn.

Nun ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen als notorische Selbermacherin das Recyceln. Das Verwenden von *Altkleidern* hat ja immer noch ein leichtes Schmuddel-Image - zu Unrecht, finde ich. Nicht nur wegen der political correctness ... Textil-Recyceln ist eine Herausforderung an die Kreativität: neuen Stoff vom Meter kaufen kann schließlich jeder.

Für die Affenbande kamen etliche zu klein gewordene oder irreparable Kleidungsstücke und Heimtextilien zu neuen Ehren; Stoffe die mir zu langweilig erschienen wurden fix mit Stoffmalfarbe und der guten alten Kartoffelstempel-Technik nachgehübscht.
Mit dem Ergebnis war ich ausgesprochen zufrieden.

Kommentar meines 9-jährigen Testers: "Ey BOCKIG!!!"

Schnittmuster: Eigenentwurf
Stoffe: div. T-Shirts, Oberhemden, Jeans, Pyjama, Kopfkissen, Tischdecke, Filzreste, Mantelknopf
Füllmaterial: zerschnippelte Reste vom Zuschnitt o.g. Stoffe






20. Oktober 2013

Public Sewing

Das Nähen in aller Öffentlichkeit unterscheidet sich vom Schneidern in den eigenen 4 Wänden naturgemäß durch die Anwesenheit fremder - und im Fall des Nähcafés: nicht-nähender - Menschen.

Private Gewohnheiten wie "Ich-kann-Fußpedal-nur-ohne-Schuhe" haben plötzlich Publikum, und auch für spontane Ausbrüche, wenn's mal nicht so hinhaut wie geplant, gibt es immer Zeugen.
Die Tatsache, dass in St. Pauli und Schanzenviertel Hemmungen aber eine eher untergeordnete Rolle spielen, war hier endlich mal von Vorteil: beim ersten Public Sewing wurde innerhalb weniger Minuten mit der größten Selbstverständlichkeit ausgepackt, aufgebaut und ... die nächsten zweieinhalb Stunden genäht, geplauscht und entspannt.

Krankheitsbedingt waren größere Werbeaktivitäten für Mit-Näher im Vorfeld ausgefallen, daher hatten Sina und ich den riesigen Tisch noch ganz für uns. (Obwohl ... das stimmt so nicht, denn es kamen immer wieder Neugierige zum Kucken, Dazusetzen und Mitplauschen.)
Ohne uns vorher abzusprechen hatten wir beide bei unserer Projektwahl die Geschenke-Produktion in Angriff genommen: Täschchen und Utensilios.

Ein neues PublicSewing gibt es übernächste Woche wieder, und zwar am 29.10, wie gehabt im Café des MGH Nachbarschatz. Mal sehen, wer bis dahin noch alles Lust bekommt, mit zu nähen - ihr seid herzlich willkommen!

Zum Abschluss (und weil ich als Neu-Blogger noch so ewig für all das hier brauche ...) noch ein paar entstandene Werke zu Kucken:
 


Kulturbeutel: modifizierte Charlotte aus M. Dornemann / Tolle Taschen selbst genäht



16. Oktober 2013

Da bin ich ...

... mit Nähcafé-Blog.

Entstanden aus dem Wunsch, einen regelmäßigen Näh-Treff zu organisieren - ein Näh-Kränzchen mitten in Hamburg, mitten in St. Pauli.
Für alle, die wie ich Lust haben, sich auch im echten Leben mal einen Nachmittag lang in geselliger Runde auszutoben und -zutauschen. Ein paar Stunden kostbare Auszeit. Nicht an den Job denken. Ohne Kind & Kegel aus dem Haus planen zu müssen, nur damit der Küchentisch zum Arbeiten frei ist. Sich nebenbei lecker Kaffee und Kuchen bestellen. In großzügigen, hellen Räumen.
Und dafür einfach ab und zu mal Räder unter die Nähmaschine schnallen!

Nun teile ich die 3-Zimmerwohnung im sehr urbanen St. Pauli allerdings noch mit Mann, Sohn, und 2 Katzen; für ein Nähkränzchen mit mehr als 1 Teilnehmer fehlt meiner Küche (und auch den übrigen Räumen) leider jegliches Potenzial. Auch ein eventuelles Näh-Kollektiv im Schrebergarten fällt saisonbedingt vorerst flach.
Mangels Bauernhof oder feudalem Landsitz mit eigenem Nähzimmer mache ich mich also vor einigen Wochen auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten hier im Viertel ... und finde im MGH Nachbarschatz offene Ohren und grünes Licht für ein solches Projekt!
Gestern wurde dann im Café zum ersten Mal in aller Öffentlichkeit "probegenäht".

Mehr vom Nähen in der Nachbarschaft folgt ...