22. Dezember 2013

WKSA 2013 Finale: beide Röcke sind schön geworden!

Zu Weihnachten gibt's in St. Pauli dieses Jahr Rock-Fest und vorab zum heutigen letzten WKSA-Termin: Tragefotos an der Frau.

 


Das ist Rock Nr. 1, für ein gemeinsames Essen bei Freunden an Weihnachtstag Nr. 2. Da ich die Hamburger Innenstadt in den letzten 14 Tagen konsequent gemieden habe, wird ganz pur kombiniert mit intaktem Nervenkostüm, vorhandenem Dekolleté in Rot und Sitzschuhen.


Die feine Schurwolle ist ein Traum; ich mag das mit 2 Farben gewebte Aubergine, dadurch bekommt die Farbe Tiefe und ändert sich leicht je nach Licht. Und im Kleiderschrank gibt es Einiges, womit sich der Rock später im Alltag kombinieren lässt - unter anderem Schuhe, in denen ich auch laufen kann -  also freu ich mich auch auf die Zeit nach Weihnachten.

Ein echtes Lieblingsstück ist jetzt schon Rock Nr. 2, der seit seiner Fertigstellung bereits 3x Ausgang hatte und Heiligabend mit mir und Familie gemütlich zuhause verbringen wird:


Material und Farbe muten zwar etwas nach britischer Moorlandschaft an, überzeugen aber durch große Sitz-, Klecker- und Krümelfreundlichkeit.


In aller Bescheidenheit finde ich meine Idee mit der Mistelstickerei fantastisch (auch wenn ich sie beim nächsten Mal lieber von Hand mache, da ist das Vernähen leichter). Weihnachtlich, aber nicht traditionell.


Ich trage gerne & oft Rock, aber diese Misteln verschaffen mir einen unbeschreiblichen Tragegenuss. Sie ersetzen für mich problemlos Kleid, Petticoat und BlingBling. 
Tweed meets Kiez, sozusagen.



Damit geselle ich mich jetzt zu den anderen festlich gekleideten WKSA-Damen & -Herren, die sich heute *hier* zeigen.
Ein herzliches Dankeschön an Katharina, deren wunderbare WKSA-Moderation mich die letzten Wochen immer wieder zum Weitermachen motiviert hat, und an alle fürs Lesen & Kommentieren!

Euch allen einen schönen 4. Advent & ein ebensolches Weihnachtsfest!




15. Dezember 2013

WKSA #5: Habe fertig, zeige (fast) nix

Nach der latenten Scheiterhaufen-Stimmung der letzten beiden Posts zeichnet sich auf meinen 75 qm St. Pauli endlich so etwas wie Silberstreifen ab.


Schluss mit reißerischen Bildern von Sendepause und ausgelöschten Kleider-Projekten; der Weihnachts-Rock aus Teil 4 ist seit dem letzten Nähcafé-Dienstag fertig gesäumt, gefüttert und wartet nun in seiner ganzen Schlichtheit auf einen Fototermin. 
Zum heutigen 5. Teil des WKSA übe ich mich deshalb auch in hanseatischer Zurückhaltung (soweit das in St. Pauli überhaupt zulässig ist) und zeige heute  keine unterbelichteten Fotos nix Fertiges an der Frau.

Der Gedanke an die Fest-Tauglichkeit des Rocks hat mich seit letzter Woche aber weiterhin beschäftigt und zu einigen Experimenten verleitet. Meiner inneren Stimme und euren Kommentaren folgend ist es zwar beim puristischen Rock ohne Schnick&Schnack geblieben, dieses Tierchen hier wollte trotzdem mal raus:

Stoff: Reststoff vom Weihnachts-Rock, Stickmotiv: Vorstufe einer Auftragsarbeit

Die entzückende kleine Fingerübung war mein erster Versuch, dem Basic-Teil mit filigran-saisonaler Symbolik einen festliche Anstrich zu verpassen. Futterbedingt hatte ich schon vorher einen Narren an Aubergine/Rot gefressen. Nach einer Nacht Drüberschlafen konnte ich mir Hirsch auf Rock dann aber doch irgendwie nicht mehr vorstellen.

Die abstrahierte Motivstickerei hat mich allerdings richtig angefixt. Also auf die Schnelle ein paar Naturstudien betrieben. Wie man sieht nicht ganz allein:
 

Bei solchen Gelegenheiten fällt mir immer wieder auf, dass unsere Katze farblich gut zum Balkonmobiliar passt wie wunderschön und harmonisch die Formen der Natur sind, selbst in den (vermeintlichen) Macken steckt einfach nur Vollkommenheit.

Nachdem die stilisierte Vorlage erst einmal erstellt war, wollte ich am liebsten sofort wissen, wie sie gestickt auf einem Kleidungsstück wirkt. Im Fundus fand sich noch ein größerer Rest von leichtem Tweed, aus dem fix ein Rock-Vorderteil in Echtgröße zugeschnitten wurde.

Die Illustration mit dem Kopierrädchen auf den Stoff mit Salz-und-Pfeffer-Optik zu übertragen erwies sich leider als unmöglich. Vorgezeichnetes Stickvlies auf der Rückseite wäre bestimmt eine gute Idee gewesen, hätte ich sowas im Haus gehabt; statt dessen musste Plan B herhalten. Mistel-Making mit Bordmitteln:

 

In Ermangelung eines knackigen Mistel-Grüntons habe ich dunkelbraunes Jeansgarn verwendet, was aber ganz gut zu dem etwas rustikalen Stoff-Charakter passt.
Das Ganze in flächenfüllendem DIN A2 zu machen war in etwa so mühsam wie das Bild vermuten lässt, da selbst das dünnste Druckerpapier bei so vielen Biegungen noch reichlich Widerstand leistet - Mut zur Freihandstickerei ist deshalb von Vorteil. 

Das Ergebnis hat mich nach der Plackerei allerdings mehr als entschädigt, und so könnte aus purem Spieltrieb wohl noch ein zweiter Weihnachtsrock entstehen; das ist an einem Abend gut zu schaffen und erfordert zum Glück auch keine nervraubende Materialbeschaffung in der Hamburger Innenstadt. 
Die Stylingfrage obenrum wird sich im Lauf der Woche dann hoffentlich genauso entspannt klären; nur mit passenden Schuhen allein ist es für Rockträger ja selbst in St. Pauli nicht getan.

Mit welchen Überlegungen zum textilen Endspurt sich das WKSA-Kollegium beschäftigt, lest ihr *hier*




8. Dezember 2013

WKSA #4: Kurswechsel Rock statt Kleid

... / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin megastolz / ...



So ist es. Seit einer Woche wird mein Weihnachtskleid nämlich ein Weihnachtsrock, und es ist mir unsympatischerweise richtig schwer gefallen, mich von dem nagenden Ehrgeiz zu verabschieden, inmitten von vorweihnachtlichem Aktivismus dieses mehrere Schnittmuster erfordernde, maßgeschneiderte Einzelstück zu nähen.


Hat aber geklappt. Man muss schließlich auch mal loslassen können. Eure Kommentare dazu letzte Woche waren wunderbar - an dieser Stelle noch mal vielen Dank; das war wie Geschenke kriegen - und auch Plätzchen & Dominosteine haben ihre versöhnende Wirkung entfaltet.

Dank meiner strategischen Änderung kann ich mich jetzt zwar nicht einreihen in die Heerscharen der Schnittmuster-Bezwingerinnen ABER dafür einen unglaublich schlecht fotografierten fast fertig genähten Rock vermelden:

Nein, das Bild ist nicht unscharf - das sind nur die Tränen des Mitleids in euren Augen.
Der Schnitt ist komplett unspektakulär, dafür erprobt und lässt sich auch dann nähen, wenn Orkane Schulkindern fast 2 freie Tage und mir ein Haus voller ausgehungerter (Gast)Jungs bescheren: ein einfacher Rock mit A-Linie und Passt!-Garantie, der sich seit 25 Jahren kontinuierlich mit meinem sich wandelnden Körper mitwandelt. Er wurde bisher warum eigentlich? nur als Sommerrock genäht und ist jetzt der erste seiner Art in feiner Schurwolle.

Vorteile: kombinierbar schlicht, praktisch, alltagstauglich. Womit auch gleich die Nachteile genannt wären: für einen Weihnachts-Rock kommt er mir trotz erlesenem Stöffchen deutlich zu unfestlich daher. 

... / Soll ich hier noch eine Borte aufnähen, was meint ihr? / ...

Ja. Also ich mag Purismus, aber hier fehlt  - verabschiedeter Ehrgeiz hin oder her - das gewisse Etwas. Das schreit förmlich nach etwas Aufwand: tatsächlich Borte aufnähen? Besticken? Oder ein geschmackvolles  ... Wasauchimmer? Andere raffinierte Vorschläge?

Ein Blick zu den Kollegen bringt bestimmt auch noch etwas Inspiration: die Festkleider der anderen WKSA-Damen und -Herren sammelt Katharina von Sewing Addicted heute wieder auf dem *MMM-Blog*

1. Dezember 2013

WKSA #3: Pustekuchen!

Neulich stand ich noch am Abgrund - heute bin ich einen Schritt weiter.


Das Probekleid sitzt, ich kann den richtigen Stoff zuschneiden?  
Goh mi af! sagt der Hamburger, wenn er etwas nicht hören will. Dem schließe ich mich heute an, denn tatsächlich gibt es zum Thema Weihnachtskleid 2013 für mich höchstens noch das hier zu zeigen:



Hatte ich anfangs noch geglaubt, mein größtes Problem bestünde in übertriebenem Perfektionismus der Jagd nach dem ultimativen Stoff, folgte am Freitag angesichts des fertigen Probekleids eine folgenschwere Geschmackswende, die mit dem Originalschnitt nicht kompatibel war und ein weiteres Probekleid bedeutet hätte. Sämtliche unschönen Details sind hier und hier nachzulesen.

Seit gestern steht fest: für mich und das Burda-Kleid gibt es definitiv eine gemeinsame Zukunft, und zwar n a c h Weihnachten. Als Sommervariante mit kurzen Ärmeln.

Ich habe beschlossen, dass mir in den kommenden Wochen die vorweihnachtlichen Treffen mit Freunden, Plätzchenbacken mit dem großen 9jährigen, Geschenkenähen und die ein oder andere Phase genüsslicher Untätigkeit nach 23 Uhr - um nur mal die positiven Dinge zu nennen -  denn doch wichtiger sind als mit den letzten Reserven verfügbarer Zeit & Energie ein Schnittmuster zu modifizieren. 

Nach diesem befreienden Entschluss fiel mir nachmittags eine richtig schöne Farb- und Stöffchen-Kombi aus eigenem Fundus in die Hände ...


... ein knapper Meter feinste Schurwolle in leicht glänzendem (und für bekennende Nuancenkacker wie mich unfotografierbarem) Aubergine und dieselbe Menge roter Futterstoff. Diese beiden sind jetzt dran.

Ab sofort heisst mein Weihnachtskleid für dieses Jahr also Weihnachtsrock.

Das bedeutet unter anderem, dass ich mich später nach dem Zuschneiden heute vollends dem besinnlichen Nichtstun mit Christstollen hingeben kann.

Euch allen einen ähnlich entspannten, schönen 1. Advent! 

Weitere WKSA-Statusmeldungen und Entstehungsgeschichten zur Weihnachtsgarderobe finden sich *hier*.

29. November 2013

Weihnachtskleid (a.k.a. experimenteller Murks)

Ärmel einsetzen kann die leichteste Sache der Welt sein. Oder auch nicht.


Am Probekleid fehlten gestern Abend nur noch Ärmel und Saum, letzteres auch nur als Testversion für den Ballon-Effekt am eigenen Leib. Ran an die Maschine und fertig genäht - damit es mal weiter gehen kann.

Den späteren Geschmacks-Check vorm Spiegel hat das Kleid allerdings nicht bestanden:
  • wie schon vermutet sind Ballonkleider schön - bei anderen
  • kurzärmelige Kleider werde ich erst im Frühjahr wieder tragen
  • nein, davon gibt es keine Fotos mehr
Der Saum war schnell geändert.  Deutlich folgenschwerer war die Entscheidung, die kurzen trichterförmigen Ärmelchen, die nur bis zur seitlichen Formnaht gehen und unter der Achsel offen sind, zu ersetzen durch schmale, geschlossene  3/4-Ärmel, für die ich kein Schnittmuster hatte. Und die für das Kleid auch gar nicht vorgesehen waren.

In einem Anfall von künstlerischer Selbstüberschätzung konstruierte ich in den nächsten beiden Stunden aus dem Nichts insgesamt 3 linke Ärmel mit unterschiedlichen Armkugeln. (Blöd, wenn man keine Schneiderpüppi hat und deswegen alles schön ordentlich nähen und selber anprobieren muss.) Nicht überzeugend, aber am wenigsten schlimm war diese Variante:

Vorne muss man aber richtig tapfer sein:



Selbst wenn ich vorne noch was wegnehme - schmale Ärmel sind anders. Außerdem entsteht mit dem unter den Achseln geschlossenen Ärmel ein Zug auf den Ausschnitt, der die Falten unschön verzieht. Möglicherweise ändert sich das, wenn ich den Ausschnitt beim Folgekleid wieder verkleinere. Möglicherweise aber auch nicht.

 

Als Krönung hab ich abschließend noch einen frei erfundenen rechten Ärmel angebaut (es ist verdammt spät geworden gestern ...), um wenigstens symmetrisch zu pfuschen. Diese Aktion führte zur Feststellung, dass der Ausschnitt zu breit ist; die beiden eingesetzten Ärmel fielen fast über die Schultern. Stimmt, da war ja was - ich hatte Größe 44 zugeschnitten und neulich bei den Teilungsnähten je 1cm weggenommen ... am zu breit geschnittenen Ausschnitt konnte ich nichts mehr ändern, weg ist weg.

 

Danach war klar: 

  1. die Passform des Oberteils muss grundlegend angepasst werden; vielleicht mit Hilfe eines noch fehlenden artverwandten Schnittmusters m i t Ärmeln (z.B. diesem hier?);

  2. bedeutet 1. ein neues Probekleid.

 

Auch wenn ich mit dem Projekt also nicht wirklich weiter bin: heute & morgen bleibt die Nähmaschine kalt. Bis zum nächsten Etappen-Treff am Sonntag werde ich mich dann entscheiden, wie es weitergeht.

26. November 2013

Das Kleid nach dem Kleid

Das Probe-Weihnachtskleid ist kurz vor passend, da läuft das Kopfkino für die Endversion langsam an. Der Film heisst: Wie rot ist ein rotes Kleid?


Letzten Sonntag wurde ich hier im Blog gefragt, welche Farbe denn das eigentliche Kleid haben soll.
Die Frage ist genauso berechtigt wie unangenehm, denn ich kann sie bis heute nur beantworten mit "theoretisch Rot".

An dieser Stelle kommt ein Outing: ich bin jemand, der es mit den Farben extrem? fürchterlich? absolut? genau nimmt; ich bin ein unglaublicher Nuancenkacker, und zwar hauptberuflich. Im Job ist das echt von Vorteil. Nur kann ich im Job die Farben auch solange mischen, bis es mir passt - Papier und Bildschirm sind da geduldig. Kleiderstoff nicht.
Davon abgesehen glaube ich wirklich, dass keine Farbe so nuancenanfällig ist wie Rot; manchmal ist es nur ein Hauch Orange? Pink? Blau?, der entscheidet, ob diese Farbe jetzt tragbar ist oder nicht.

Damit scheidet Online-Stoffkauf schon mal aus. Den gestrigen Nachmittag habe ich deshalb endlich für eine Stoff- und Farb-Recherche genutzt, und zwar in der Hardcore-Version: K-Stadt, Alsterhaus, Gädtke und weil das noch nicht reichte auch noch Mahler-Stoffe
Mit selbstgebastelter Schablone bewaffnet - in diese Dinger hab ich mich schon vor 20 Jahren im Alsterhaus verguckt - habe ich ein paar Eindrücke gesammelt:


 photo Wrot1_zps42976fb9.jpg
Hübsch so viele Weihnachtskugeln. Allerdings hätte das Muster in Echtgröße lediglich Konfettigröße; die Qualität wäre dünne Flutsch-Viskose ...

 photo Wrot3_zpsfc89c812.jpg
Kirschrot mit floralem Print (ich hätte die Schablone doch lieber in DIN A3 machen sollen)
Kontra: leicht gecrashter Taft, 100% Poly.
Trägt schön auf und raschelt bei jeder Bewegung ...

Diese Optik hier war mein Favorit:

 photo Wrot2_zps74aabc85.jpg

Freestyle-Stickerei mit zufälligem Pailletten-Gesprenksel.
Kontra: Material wie Variante2, nur mit noch mehr Crash und Stand (= noch mehr Geraschel)


Die gesichteten Materialien oben kommen wohl alle nicht infrage, nur Gädtke hatte einen phantastischen Wollcrèpe in tragbarem Uni Rot zu einem ohne Frage angemessenen, aber mein Budget sprengenden Preis. So ein handgesticktes Muster wie Nr. 3 auf einem verträglicheren Stoff könnte ein echtes Traumkleid werden, durch den immensen Mehraufwand wäre eine Fertigstellung vor nächstem Frühjahr aber unrealistisch.

Unbefriedigende Tagesbilanz: das Projekt für den WKSA im nächsten Jahr hätte ich also schon mal, den Stoff für das diesjährige Kleid muss ich immer noch finden.

24. November 2013

Weihnachtskleid Teil 2

Die letzte Woche getroffene Entscheidung, ein bereits begonnenes Kleider-Projekt zum Weihnachtskleid-Projekt zu machen, hat erst einmal für Entspannung gesorgt.


Ist ja schließlich mein erster SewAlong, da kann etwas Aufregung schon mal vorkommen.
Termindruck hab ich bereits im Job ohne Ende ... muss das beim Nähen auch sein?
(Das kann jetzt gerne unkommentiert bleiben.)

Folgenden Plan hatten ich und meine Grippe letzten Sonntag einvernehmlich verabschiedet: ich nähe Burda-Kleid 101, weil ich das schon seit 2007 nähen will:


Weil ich keine Ahnung hatte ob mir das passt und steht, gibt es ein Kleid vor dem Kleid. Weil so ein Probekleid ja möglicherweise auch gelingen kann, gibts das Ganze in ganzjahrestauglichem, immerpassendem Antrazit. Zugeschnitten und mit Reihfaden fixiert war ja schon.

Freitag Abend: Grippe weg, Kind im Bett, Monsieur vorm Fernseher. Der perfekte Näh-Abend, oder?
Also voller Vorfreude endlich ans Maschinchen gesetzt. Es ist AUFREGEND, wieder ein echtes KLEID für mich selbst zu nähen!
Diese Teilungsnähte sind laaang, das macht das Nähen fast meditativ. Aber ganz schön dunkel, dieses Antrazit ... So. Fertig. Aber wie die Passform wirklich ist, lässt sich ohne Schneiderpuppe wohl nur im Selbstversuch 'rausfinden. Die Öffnung für den RV geht bis zum Po. Mist - so viele freie Hände hab ich nciht zum Zuhalten, und ich will ja auch sehn, wie der FreiSchnauze-tiefergelegte Ausschnitt sitzt.
Ohne diesen (aufgehellten) Kerl komme ich nicht weiter:



Nahtverdeckter Reissverschluss ist was Neues für mich; überhaupt fand ich RV einnähen mit RV-Füßchen immer schon heikel und habe meine Reißverschlüsse deshalb alle von Hand eingenäht damals. Da muss ich viel Zeit gehabt haben. Netterweise wird das Einsetzen des nahtverdeckten RV im Heft verständlich erklärt, also wagte ich das Experiment - wenn es misslingt ist es halt nur ein Probekleid.
(Gut zu sehen auf Schwarz ist ja auch das Katzenhaar im Vordergrund, das hatte ich bei der Farbwahl des Stoffes nicht bedacht. Und bei der Anschaffung der Katze auch nicht...)

Was ich in der darauf folgenden Stunde gemacht habe, fasst dieses Bild hier schön zusammen:


Nein, die Glühbirne links war nicht kaputt. Und nein, meine Maschine hat leider auch kein LED-Lämpchen. Aber mein Sohn hat einen Mini-Klemmspot schwedischer Herkunft mit flexiblem Arm und Monsieur besitzt besaß ein altes, aber wirklich praktisches Fotostativ.



So als Gesamtkunstwerk sieht es ziemlich bescheuert aus, hat aber geholfen. Früher (also vor 12 Jahren, als ich mir zuletzt richtige Anziehsachen genäht habe) ging Schwarz Nähen auch ohne. Jaja ich weiß, früher gabs auch noch den Kaiser. Willkommen im Zeitalter der Gleitsicht-Brillen.

Egal - Hauptsache war, dass ich das Kleid nach diesem Basteleinsatz ohne Armverrenkung hinter dem Rücken anprobieren konnte, inklusive der Erkenntnis, dass es deutlich zu weit ist. Das ist dann irgendwann nächste Woche fällig, wenn es irgendwie(?) geht aber gerne bei Tageslicht.

Das Gefühl, nach so langer Pause endlich wieder ein richtiges! Kleid! fürmich! zu nähen, ist übrigens auch wie früher: es ist toll (hatte ich das schon erwähnt?)! Ein Gefühl wie Weihnachten! Ich bin so gespannt und würde am liebsten sofort weitermachen.
Heute geht's aber gleich auf den Flohmarkt, um den Besitzer des Mini-Klemmspots beim Abverkauf zu unterstützen ...

Hier gibt es derweil noch mehr schöne Weihnachtskleider!






21. November 2013

Nähcafé #3 und das Fürsie- und FürMich-Nähen

Doch: es hat auch letzte Woche wieder einen Nachmittag mit Nähcafé gegeben. Er blieb allerdings fast foto-los.


Die Hälfte der Zeit hat der Reparaturversuch einer fremden Nähmaschine beansprucht; so was ist mindestens genauso lästig wie ein vergessener Fußanlasser. Wie ihr seht, seht ihr nichts; es handelte sich um die liegende Maschine hinten links fast ausserhalb des Bildes:


Zu sehen ist aber, dass wir erstmals zu dritt waren, trotz liegengebliebener Maschine einen richtig schönen Nachmittag hatten und auch noch zum Arbeiten kamen.
Die Idee des Nähcafés ist ja, dass sich bis zu 8 Frauen am großen Tisch austoben können. Der Nachmittagstermin soll vor allem Müttern ein paar freie Stunden für ihr eigenes Hobby ermöglichen; die kostenlose Kinderbetreuung währenddessen ist da hilfreich. Und in 2,5 Stunden sind kleine Projekte wie Taschen, einfache Kinderkleidung und schnelle Lümmelhosen & -röcke auch fertig.

Was ist dort mit umfangreicheren An-Der-Frau-Projekten? Die würden den Rahmen von Raum&Zeit deutlich sprengen. Deshalb suche ich immer noch nach einem Nähtreff mit mehreren Gleichgesinnten, die auch mal richtige Anziehsachen für sich nähen ... Vielleicht geht es ja einigen Hamburgerinnen genauso? Wär das nicht schön, wenn z.B. schnell mal jemand den Saum absteckt während man sein Kleid anprobiert? Oder mit einer Ärmelschnittvariante aushelfen kann?

Hamburg näht, soviel steht fest. Auf burdastyle.de war im Sommer etwas von einem kleinen Hamburger Nähclub zu lesen; seitdem gab's aber leider keine Einträge mehr. Dabei kann ich mir eine konstatierte arbeitnehmerfreundliche Aktion wie z.B. einen langen Näh-Sa. / So. von Zeit zu Zeit sehr gut vorstellen. Für größere Räumlichkeiten in denen man sich auch mal etwas  hemmungsloser ausbreiten kann hätte ich evtl. sogar ein paar Optionen. Schreibt mir gerne, per Mail oder hier im Blog. Ich würde mich freuen, mich auch im echten Leben mit ein paar FürSich-Näherinnen auszutauschen.


17. November 2013

Weihnachtskleid - wie aufregend!

Die erste Grippe der Saison hat mich voll im Griff. Trotzdem musste ich vorgestern wenigstens 5 Minuten an den Rechner und fand die Info zum Weihnachtskleid-Sew-Along. Spontanes Mitmachen-Wollen-Gefühl stellt sich ein ...

 

 

Seitdem schwanke ich zwischen Grippesymptomen auf der einen und Kopfzerbrechen um Schnitt-& und Materialauswahl auf der anderen Seite. Der Zeitplan sieht auf den ersten Blick erstmal machbar aus, trifft aber auf die Parameter allgemeine Erregungszustände vor Weihnachten, Infoabende zu weiterführenden Schulen, selbstzumachende Geschenke, unerquickliche Einkaufssamstage, familiäre wie gesellschaftliche sonstige Verpflichtungen, Abgabetermine, Vereinsmeierei - und zwar alles ziemlich durcheinander.  Nicht zu vergessen Grippe sprich: Arbeitsausfall und entsprechendes Arbeitsnachhol-Pensum. Als Freelancer fehlen mir dann manchmal schon Kollegen, die zumindest sowas übernehmen. Schade. Augen auf bei der Berufswahl.

Zurück zum Thema: der Gedanke an ein Weihnachtskleid ist toll.
Nach Abwägung der Gesamtsituation habe ich heute beschlossen, mein neulich begonnenes (und aufgrund langweiliger Gründe liegengebliebenes) Kleiderprojekt zum WKSA-Projekt zu machen:



Es handelt sich um Modell 101 aus der Burda 8/2007 und kann dank Wiener Nähten hoffentlich recht einfach angepasst werden. Ob ich mich an die Ballonform halte weiss ich noch nicht; in Verbindung mit Größe 44 verliert Ballon irgendwo an Reiz ... mal sehen.
Und jetzt kommts: ich hab das Ganze bereits wie hier beschrieben vor 10 Tagen zugeschnitten und geheftet. Oha - willkommen in der Ultra-Streber-Ecke ... zu meiner Entlastung kann ich nur wiederholen, dass mich die Grippe ziemlich ausbremsen wird und der Zuschnitt wachstumsbedingt als Probeteil gedacht ist, und zwar aus einem vor Jahren angeschafften Wollgemisch in unaufgeregtem Dunkelgrau.

Falls es zur "echten" Version kommt, muss ich mich wohl noch auf die Jagd begeben, vielleicht nach etwas in Petrol oder Pflaume. (War diese Jagd im Zeitplan eigentlich schon berücksichtigt ...?)

Hier gibts noch andere Weihnachtskleid-Vorhaben, da geh ich noch mal schauen.
Und dann wieder artig ab ins Bett ...

10. November 2013

Stoffmarkt

"Im nächsten Leben will ich nur nähen. Kein Job, kein Kind - einfach nur nähen."


Dieses Stoßgebet hörte ich gestern auf dem Stoffmarkt Holland von der Frau neben mir. "Bin dabei!" sagte ich verständnisvoll lächelnd; bevor es aber zum Austausch von Handy-Nummern für den Fall einer gemeinsamen Reinkarnation kam, musste ich zum Hechtsprung nach erspähtem Stoff ansetzen:



Blümchenstoffe gehören eigentlich nicht zu meinen Favoriten, weil Preis und Jerseymaterial aber gut zum bevorstehenden Knotenkleid-Experiment passten und mich die holländische Unterhaltung mit dem Verkäufer aus meiner alten Heimat so sentimental stimmte, mussten die zwei mit.

Ansonsten gab es Sternchen, Pünktchen und Eulen bis zum Abwinken. Da mein Schlachtplan weder  Kinder- noch Taschenprojekt vorsah blieb ich meinem Beuteschema treu: ich war schließlich auf Kleider-Mission. 2 bzw. 4 Euro/m für die als antistatisch angepriesenen Futterstoffe machten mich allerdings skeptisch; wenn ich mir schon die Mühe mache Kleider zu füttern, gehe ich kein Risiko ein und ganz altmodisch zum Stoffhandel meines Vertrauens.
Beim Stand von kiseki mit Stoffen aus Japan drohte ernsthafte Willensschwäche angesichts der wunderschönen grafischen Dessins die ich so sehr liebe. Nur das Bild der Stofftürme für geplante Projekte zuhause, das sich vor meinem inneren Auge auftat, hielt mich zurück.

Insgesamt also 2 kurzweilige Stunden in Alsterdorf, zwar ohne große Highlights für meine Kleider-Pläne, aber mit schöner Markt-Atmosphäre.

8. November 2013

Ein Kleid muss her

Seitdem ich im Sommer meine Nähaktivität wieder aufgenommen habe ist ja schon einiges entstanden. Täschchen. Bruce-Lee-Pyjamahosen in Größe 158. Beutel. Noch mehr Täschchen. Fein. Heute aber ist mir nach KLEID.


Nach 12 Jahren Pause kein Unterfangen für MalEbenNähen. Sorgen bereitete mir weniger die Tatsache, mangels Übung keine vernünftigen Abnäher mehr zustande zu bringen, sondern der Umstand einer schleichenden Ausdehnung, die mir im Vergleich zu damals 2-4 Konfektionsgrößen mehr eingebracht hat - welche ich ja nun noch nie benäht hatte.
Egal ob fertig gekauft oder als Schnittmuster: die Bekleidungsindustrie bietet ab Größe 44 aufwärts erfahrungsgemäß amorphe Schnitte an, die jeder Frau die Silhouette eines Weichtiers verleihen, und nennt das dann "figurschmeichelnd". Ich bin empört. Wo ich doch die Proportionen einer ... großen Sanduhr habe. Da müssen jetzt wohl neue Erfahrungswerte her.

Letztens las ich bei Mme Crafteln - die ich seit Sommer überhaupt sehr gerne lese - das Zauberwort. Probe - dingens. Es spricht eigentlich alles dagegen: zeitaufwändig, kostenintensiv und kurzlebig (weil ja nur zur Probe). Aber bringt Erfahrungswerte, und die will ich jetzt. Verfügbar sind gerade  folgende Schnitte:


V.r.n.l.: Butterick hab ich neulich schon hier genäht entdeckt und zwar zum Niederknien, aber 3Meter20 Stoff am Stück sind selbst als Gardine nicht im Haus und Patchwork will ich noch nicht mal als Probeirgendwas. Simplicity verlangt nach Jersey ... nichts für meine zickige Übergangs-Nähmaschine. Also das Burda-Kleidchen. Mme Machwerk, die ich für ihr Taschen-Werk bewundere, hat mir mit einer ihrer 3 Varianten Hoffnung gemacht, dass es mit Shirt drunter vielleicht wintertauglich ist. 

Nachdem Burda mich offenbar in Schublade 44 - 46 steckt, entscheide ich mich, die nicht vorhandene Größe 44 abzupausen, den Zuwachs kann ich anhand der Vorlage von Gr. 34-42 konstruieren. Der Halsausschnitt kommt 2 cm nach unten, weil meine Brustlinie tiefer sitzt - ich freu mich, dass ich noch einmal im Leben auf einer 38er Linie rädeln darf.
3 Stunden später sind alle Teile modifiziert und kopiert - ich war ja gewarnt, dass das Futter einen völlig anderen Zuschnitt hat als der Oberstoff - nach weiteren 2 Stunden ist alles zugeschnitten und geheftet.

Obwohl es ein tolles Gefühl ist, sich so lange am Stück wieder mit einem selbst genähten Kleid zu beschäftigen, brauche ich jetzt eine Pause, weil meine Brille noch in der Werkstatt ist. Aber weil ich heute frei habe, wird auch die Pause genutzt: es fehlt noch der Schlachtplan für den morgigen Abstecher zum Stoffmarkt Holland.
Und das geht auch ohne Brille.

6. November 2013

Stoff kaufen? Ich komme!

Sagen wir mal so: Struktur und Aufgeräumtheit im Alltag zwischen Fulltimejob, Familie und Haushalt sind ... ööhm ... meine beinahe besten Freunde oder so. 

 

Nur bei meiner neuerdings wieder entflammten Näh-Leidenschaft will ich die 2 ollen Spaßbremsen bitteschön nicht dabei haben. Es fing harmlos mit einer schwedischen Pappschachtel mittlerer Größe an, die im Juni ihr Kellerdasein beendete und einen Logenplatz im Wohnzimmer-Regal bekam (nur für richtig schöne Stoffe versteht sich, damit immer was griffbereit ist wenn mich Schaffensdrang überfällt). Auch eine zweite Schachtel mit Futterstoffen etc. wurde wenig später von HerrP. genehmigt (der dafür seine nicht unbeträchtliche Anzahl Bücher umsiedeln musste).

Kleine Zeitfenster = kleine Projekte = kleine Stoffmenge. Theoretisch.
Weiteres Material häuft sich aber seither an, für weitere Projekte, die blitzartig vor meinem angefixten inneren Auge entstehen, sobald ich in der Nähe eines Stoffgeschäfts bin Stoffe in den Fingern habe. Einiges davon hat es auch tatsächlich in die Geschenkeverarbeitung geschafft, die dank der PublicSewing-Termine zum Glück regelmäßig stattfinden kann.
Aber die (abgespeckte) Liste der Anwärter auf den "Ich-Werde-Eine-Tasche"-Modus ist noch lang:



Die letzte Kunstleder-Order noch nicht mitgezählt. Die Filz- und Walkstoffe auch nicht.
Und dann hab ich noch meterweise Flanell liegen, für meine sehr geliebten Bruce-Lee-Pyjamahosen.
Überhaupt ist es ja gerade am kälter werden - müssen da nicht eigentlich wintertaugliche Röcke und Kleider (und kleidertaugliche Mäntel) her ...?
Und jetzt am Samstag ist wieder StoffmarktHolland und Monsieur nicht zu Hause.

Neulich hörte ich mich zum Kind sagen: "Bring erst eine Sache zu Ende bevor du mit der nächsten anfängst." Dass diese pädagogische Perle im Akzeptanz-Ranking meines Neunjährigen zu den Schlusslichtern zählt, tut hier jetzt nicht weiter zur Sache ...



30. Oktober 2013

Public Sewing #2

Schon der zweite Nähcafé-Termin gestern!
Deutlich vertrauter diesmal, der Arbeitsplatz am großen Tisch mitten im Café.

Mein "öffentliches" Nähprojekt - kleine Kosmetiktasche zum Verschenken - hatte ich bereits am Vortag zugeschnitten, alles eingepackt, sogar Bügeleisen & Bügelunterlage fürs Anbringen der Vlieseinlage, um beim Nähcafé sofort loslegen und vor allem: fertig nähen zu können. Schließlich möchte ich ja genügend Zeit für den ein oder anderen Plausch haben.
Sagte ich eben "alles eingepackt"? Ein kurzer Blick auf den Aufbau meiner Nachbarin sagte mir jedenfalls, dass bei meiner Maschine etwas beunruhigend ANDERS war. Irgendwie ... DUNKLER. UN-VER-ÄNDER-BAR dunkler.
Ich hatte das Fußpedal sprich Netzteil zuhause vergessen.
Gut, dass das Nachbarschatz tatsächlich in der Nachbarschaft liegt, Monsieur spontane Bringservice-Bereitschaft anbot und deshalb Land in Sicht war.

(Zwangs-Pausen-Erkenntnis) Regel #1 für's Public Sewing:

Original bei http://ohsobeautifulpaper.com/2013/09/well-said-type-32/


Angesichts völliger Pedal-losigkeit widmete ich mich darüber hinaus den beiden letzteren Tätigkeiten meines selbstgewählten Nähcafé-Mottos: dem Plauschen und Entspannen. Und natürlich dem Beobachten, das ist irgendwie eine meiner Berufskrankheiten:


Unser Tisch im Café ist tatsächlich so groß, dass man dort auch noch mal was zuschneiden kann - zumindestens solange das Public Sewing noch ein Geheimtipp ist; an der Öffentlichkeitsarbeit muss noch gefeilt werden. Hier wird derweil die Pumphose für jüngere Mädels & Jungs zugeschnitten, und zwar nach kostenloser Anleitung von Mme. Pattydoo, aus Beute-Stoff vom letzten Stoffmarkt Holland neulich in Alsterdorf.

Für die Fertigstellung des Kosmetiktäschchens (aus Stoffresten vom Juli-Rock und gepunktetem "Pröbchen" von K******T) hat das verbleibende Zeitfenster dann ganz knapp nicht gereicht; immerhin war um halb 6 der Reissverschluss drin sodass die letzten Nähte zuhause in nur 10 Minuten gemacht waren.  So sieht das jetzt aus:


Schnittmuster stell ich bei nächter Gelegenheit mal unter Anleitungen ein; es ist ein auch für Reissverschluss-Einnähen-Hasser und Anfänger geeignetes Projekt, das sich relativ schnell machen lässt. Zumindest wenn man das Fußpedal dabei hat.

21. Oktober 2013

Ich war eine Schlafanzug-Hose

Neulich brauchte ich auf die Schnelle 2 kleine Geschenke für 2 nicht mehr ganz kleine Jungs, hatte auch schon so eine Vorstellung von Geschwister-Affen im Kopf, aber natürlich mal wieder keinen Jungs-kompatiblen Stoff in der Schatztruhe. In meinem Kleiderschrank ist ja auch nie was Passendes zum Anziehn.

Nun ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen als notorische Selbermacherin das Recyceln. Das Verwenden von *Altkleidern* hat ja immer noch ein leichtes Schmuddel-Image - zu Unrecht, finde ich. Nicht nur wegen der political correctness ... Textil-Recyceln ist eine Herausforderung an die Kreativität: neuen Stoff vom Meter kaufen kann schließlich jeder.

Für die Affenbande kamen etliche zu klein gewordene oder irreparable Kleidungsstücke und Heimtextilien zu neuen Ehren; Stoffe die mir zu langweilig erschienen wurden fix mit Stoffmalfarbe und der guten alten Kartoffelstempel-Technik nachgehübscht.
Mit dem Ergebnis war ich ausgesprochen zufrieden.

Kommentar meines 9-jährigen Testers: "Ey BOCKIG!!!"

Schnittmuster: Eigenentwurf
Stoffe: div. T-Shirts, Oberhemden, Jeans, Pyjama, Kopfkissen, Tischdecke, Filzreste, Mantelknopf
Füllmaterial: zerschnippelte Reste vom Zuschnitt o.g. Stoffe






20. Oktober 2013

Public Sewing

Das Nähen in aller Öffentlichkeit unterscheidet sich vom Schneidern in den eigenen 4 Wänden naturgemäß durch die Anwesenheit fremder - und im Fall des Nähcafés: nicht-nähender - Menschen.

Private Gewohnheiten wie "Ich-kann-Fußpedal-nur-ohne-Schuhe" haben plötzlich Publikum, und auch für spontane Ausbrüche, wenn's mal nicht so hinhaut wie geplant, gibt es immer Zeugen.
Die Tatsache, dass in St. Pauli und Schanzenviertel Hemmungen aber eine eher untergeordnete Rolle spielen, war hier endlich mal von Vorteil: beim ersten Public Sewing wurde innerhalb weniger Minuten mit der größten Selbstverständlichkeit ausgepackt, aufgebaut und ... die nächsten zweieinhalb Stunden genäht, geplauscht und entspannt.

Krankheitsbedingt waren größere Werbeaktivitäten für Mit-Näher im Vorfeld ausgefallen, daher hatten Sina und ich den riesigen Tisch noch ganz für uns. (Obwohl ... das stimmt so nicht, denn es kamen immer wieder Neugierige zum Kucken, Dazusetzen und Mitplauschen.)
Ohne uns vorher abzusprechen hatten wir beide bei unserer Projektwahl die Geschenke-Produktion in Angriff genommen: Täschchen und Utensilios.

Ein neues PublicSewing gibt es übernächste Woche wieder, und zwar am 29.10, wie gehabt im Café des MGH Nachbarschatz. Mal sehen, wer bis dahin noch alles Lust bekommt, mit zu nähen - ihr seid herzlich willkommen!

Zum Abschluss (und weil ich als Neu-Blogger noch so ewig für all das hier brauche ...) noch ein paar entstandene Werke zu Kucken:
 


Kulturbeutel: modifizierte Charlotte aus M. Dornemann / Tolle Taschen selbst genäht



16. Oktober 2013

Da bin ich ...

... mit Nähcafé-Blog.

Entstanden aus dem Wunsch, einen regelmäßigen Näh-Treff zu organisieren - ein Näh-Kränzchen mitten in Hamburg, mitten in St. Pauli.
Für alle, die wie ich Lust haben, sich auch im echten Leben mal einen Nachmittag lang in geselliger Runde auszutoben und -zutauschen. Ein paar Stunden kostbare Auszeit. Nicht an den Job denken. Ohne Kind & Kegel aus dem Haus planen zu müssen, nur damit der Küchentisch zum Arbeiten frei ist. Sich nebenbei lecker Kaffee und Kuchen bestellen. In großzügigen, hellen Räumen.
Und dafür einfach ab und zu mal Räder unter die Nähmaschine schnallen!

Nun teile ich die 3-Zimmerwohnung im sehr urbanen St. Pauli allerdings noch mit Mann, Sohn, und 2 Katzen; für ein Nähkränzchen mit mehr als 1 Teilnehmer fehlt meiner Küche (und auch den übrigen Räumen) leider jegliches Potenzial. Auch ein eventuelles Näh-Kollektiv im Schrebergarten fällt saisonbedingt vorerst flach.
Mangels Bauernhof oder feudalem Landsitz mit eigenem Nähzimmer mache ich mich also vor einigen Wochen auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten hier im Viertel ... und finde im MGH Nachbarschatz offene Ohren und grünes Licht für ein solches Projekt!
Gestern wurde dann im Café zum ersten Mal in aller Öffentlichkeit "probegenäht".

Mehr vom Nähen in der Nachbarschaft folgt ...